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SkylineHongkong

Ein Blick ins Ausland

Bei den Preisen von Wohnimmobilien in internationalen Metropolen ist mancherorts viel Dampf im Kessel. Allein in sechs Städten macht die UBS eine akute Blasengefahr aus. Am stärksten ist das in Hongkong der Fall, das aber wegen seiner Topologie und des chinesischen Einflusses als Sonderfall gilt. Kaum weniger bedrohlich ist die Situation jedoch in München, Toronto und Vancouver. Und trotz einer spürbaren Abkühlung komplettiert London hinter Amsterdam das Feld der «Hotspots».

Die hier erwähnten Zahlen und Erkenntnisse stammen aus dem Bericht „UBS Global Real Estate Bubble Index 2019“, der vom Chief Investment Office von UBS Global Wealth Management erstellt wird und die Preise von Wohnimmobilien in 24 Metropolen weltweit analysiert.

Hinsichtlich der Preisveränderungen konstatiert die Grossbank eine Zweiteilung. Obwohl der globale Immobilienzyklus seit seinem Höhepunkt 2016 etwas an Fahrt verloren hat, sind Wohnimmobilien auf Jahressicht in mehr als der Hälfte der Städte teurer geworden. Zweistellige Zuwächse gab es dabei in Frankfurt, Amsterdam, Vancouver und Hongkong. Etwas weniger dynamisch stiegen die Preise in München, über fünf Jahre gesehen haben sie dort aber mit durchschnittlich 10% pro Jahr am stärksten zugelegt.

In 8 von 20 Metropolen waren die Immobilienpreise dagegen rückläufig. Am stärksten war dies in Stockholm, Sydney und London der Fall, wo sich die Hauspreise um jeweils mehr als 5% verbilligten. Sollte sich der Trend in London – massgeblich getrieben durch den Brexit – fortsetzen, dürfte die Themsestadt den Blasenbereich bald verlassen. Genau das war bei Sydney und Stockholm in diesem Jahr der Fall.

Vergleich mit der Schweiz

Im internationalen Vergleich ist die Lage in den beiden Schweizer Städten Zürich und Genf eher unbedenklich. Dort spricht die UBS von einer leichten Überbewertung. Noch 2013 hatte Genf die Blasenzone gestreift. Seither sind die Preise für Wohnimmobilien jedoch um 7% gefallen. Umgekehrt sieht die Entwicklung in Zürich aus, wo die Preise im gleichen Zeitraum um 8% zugelegt haben. Allerdings befinden sich die Immobilienpreise in Zürich in Relation zu den Einkommen und den Mieten auf einem sehr hohen Niveau. Dass man hier noch ein gutes Stück von der Blasenzone entfernt ist, liegt vor allem an den steigenden Leerständen und der weniger starken Nachfrage nach Hypotheken.

Auch bezüglich der Erschwinglichkeit schneiden die Schweizer Städte gut ab. Ein gut ausgebildeter Angestellter muss hier etwa 7 Jahreseinkommen aufwenden, um eine zentrumsnahe 60-m2-Wohnung zu erwerben. Das ist zwar mehr als vor zehn Jahren, als es noch 5 Jahreseinkommen waren. In Städten wie Hongkong (22), London (15), Paris (14) oder Singapur (12) kann sich diese Einkommensschicht selbst Wohnungen mit moderaten Grössen kaum noch leisten.

Diese Textauszüge stammen aus dem NZZ-Artikel «Wo die internationalen Immobilienpreise verrückt spielen» vom 27. September 2019

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